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Bezirksfachdienstlager in Thurnsberg – SEG-Übung

Thurnsberg, 11. September 2010

Samstagmorgen, 7.40 Uhr – Treffpunkt am Start zur Teilnahme am Wettbewerb „SEG Hund“ im Rahmen des Bezirksfachdienstlagers der Rettungshundestaffel München in Thurnsberg.

Es war noch angenehm kühl für Hund und Mensch, die Wiesen allerdings ziemlich nass, Nebel stand noch darüber. Antreten zum offiziellen „Vorher-Foto“ – und dann ging es auch schon los. Als erstes Team wurde die Rettungshundestaffel Ansbach, unterstützt durch Einsatzleiter Markus Wilhelm aus Regensburg auf den Weg geschickt, um Kenntnisse, Fähigkeiten und Teamarbeit zu prüfen. Insgesamt galt es, an 6 verschiedenen Stationen Geschick, Wissen und Können unter Beweis zu stellen.

  1. Station: Reanimation
    Gleich 5 reanimationspflichtige Personen wurden angenommen – und schon waren die ersten Schweißperlen auf der Stirn 😉 Jeder gab sein Bestes und erst, als die „Stationsleitung“ die Übung als beendet erklärt hatte, wurde Beatmung und Herz-Druck-Massage eingestellt. So, nun waren wirklich alle wach – ok, die Übungs-Puppen blieben noch für die nächsten Gruppen liegen 😉
  2. Station: Geschicklichkeit für Hund und Mensch – kurz und knapp:
    – Hundeführer wirft Würstchen, schickt seinen Hund hinterher und dieser soll das Würstchen wieder bringen – dass das Würstchen nicht im Bauch gebracht werden sollte, hat uns keiner gesagt vor der Übung 😯 – war aber auch verdammt schwer und hier konnte leider nicht gepunktet werden. Würstchen und Punkte weg…
    – zwei kleine Wasser-Eimerchen über einen Parcour tragen, Hund läuft frei mit und darf zusehen 😉
    – Sackhüpfen – hier wurde von den Hundeführern und -führerinnen größter körperlicher Einsatz erbracht!
    – Hund auf Leiterwagen – der Hund musste sich mit einem Leiterwagen durch einen Parcour fahren lassen, dabei durften auf Pylonen aufgelegte Bälle nicht herunterfallen
    – Hund durch Tunnel schicken und IM Tunnel ins Platz rufen – sehr witzig, vor allem, weil man sonst immer trainiert, dass der Hund DURCH den Tunnel hindurch läuft
  3. Verkehrsunfall mit einer unbekannten Anzahl Verletzter
    Auf der Strecke war eine Station aufgebaut mit einem Bus inkl. Anhänger und einem Stapel Paletten. Hier ging es zunächst darum, sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Verletzte mit welchen Verletzungen es gab. Teamarbeit war gefragt. Plötzlich stellte sich heraus, dass der Fahrer des Busses weg war. Also wurde kurzerhand entschieden, einen Hundeführer mit Hund suchen zu lassen. Die Situation schien schon geklärt, da entdeckte man plötzlich unter dem Stapel Paletten plötzlich noch Schuhe und bei näherem Hinsehen eine weitere verletzte Person. Letztendlich wurde auch diese Person versorgt, der abgängie Fahrer gefunden und ebenfalls versorgt und somit war diese Station in einer wirklich tollen Teamleistung ruhig und besonnen abgearbeitet. Klasse Leistung!
  4. Fachfragen
    Nun war Köpfchen gefragt. Insgesamt 6 Fragebögen mussten gemeinsam ausgefüllt werden. Aus den Themenbereichen Orientierung, Erste Hilfe am Hund, Einsatztaktik und Karte/Kompass waren etliche Fragen zu beantworten. Auch das funktionierte miteinander bestens.
  5. Endlich – die Hunde durften suchen
    Eine unbekannte Anzahl an Personen wurde in einem definierten Waldstück vermisst. Der Einsatzleiter teilte die Suchgebiete den verfügbaren Suchteams zu und los ging die Suche. Nach einer hervorragenden Zeit von nur knapp über 13 Minuten waren beide „Vermissten“ bereits gefunden. Das freute das ganze Team und gab nochmal Kraft für den Weg zur letzten Station, die sich auf dem Gutshof befinden sollte.
  6. Überraschung 😉
    Am Wegesrand lag plötzlich und völlig unerwartet ein Rucksack, daneben ein paar leere Flaschen Bier und einige Kleidungsstücke. Hm – was sollte das!? Vielleicht fiel dieses Gepäck von einem kurz vorher vorbeifahrenden Motorrad? Plötzlich erscheint ein großer – scheinbar glatzköpfiger und ziemlich angetrunkener Mann – lauthals argumentierend aus dem Wald neben dem Weg. Sofort fing er mit dem Suchtrupp ein ziemlich lautes Gespräch an und es stellte sich dann doch schnell heraus, dass dies wohl schon die vorgezogene Station 6 sein muss. Als der „Angetrunkene“ schließlich noch erzählte, dass er mit seinem Kumpel einen über den Durst getrunken hätte und meinte, der Freund sei noch im Wald, wurde nicht lange gezögert. Was, wenn diese Person bewusstlos ist? Also kurz Lagemeldung abgegeben, Polizei und Einsatzleitung „alarmiert“ und nach dem „Vermissten“ gesucht. Es dauerte nur wenige Minuten, bis eine Hündin fündig wurde. Glücklicherweise ging es auch der anderen Person – bis auf das eine oder andere Gläschen zu viel 😉 – gut. Die Übung konnte an dieser Stelle dann auch beendet werden und das Team Ansbach ging sehr gut gelaunt (diese Station hat wirklich Spaß gemacht) den Rest bis ins „Basislager“.

Nach der Rückkehr ins Lager wurden zunächst die Hunde versorgt, dann etwas lockerer angezogen und der Rest des Nachmittags konnten dann alle die Sonne genießen. Hat auch seine Vorteile, wenn man früh startet 😉

Schmidt, 11.9.2010, Wettbewerb Rettungshundestaffel auf Gut Thurnsberg, im Bild die Gruppe aus Ansbach

Bild: Renate Schmidt von der Süddeutschen Zeitung

Die große Überraschung kam dann am Abend im Rahmen der Feierlichkeiten. Als der Sieger des SEG-Wettbewerbes genannt wurde, freute sich das Team Ansbach ganz besonders, als der 1. Platz tatsächlich nach Mittelfranken ging!

Herzlichen Glückwunsch an

Auch hier nochmals herzlichen Dank an die Staffel München – Ihr habt die Veranstaltung klasse organisiert! Die Leistung der Mimen war schauspielreif. Wir freuen uns sehr über unseren ersten Platz mit dem Gewinn eines GPS-Gerätes, welches unsere Arbeit draußen im Einsatz unterstützen wird!

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