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Eignungstest für Rettungshunde in Landesberg am Lech

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Landsberg/Lech, 17.07.2010

Heute war ein großer Tag für gleich 5 Mitglieder aus der Rettungshundestaffel. Es ging zum Eignungstest (oder auch Wesenstest) nach Landsberg am Lech.

Worum geht es bei dem Eignungstest?

Hier wird grundsätzlich „geprüft“, ob ein Hund als Rettungshund geeignet ist. Ohne bestandene Prüfung kann ein Hund nicht zum Rettungshund ausgebildet werden – von daher ist sehr wichtig, diesen Test zu bestehen. Das sollte eigentlich kein Problem sein, aber ein Hund hat nun mal auch gute und weniger gute Tage 😉

In verschiedenen Übungen wird von den Prüfern auch darauf geachtet, wie die Bindung des Hundes zu seinem Herrchen bzw. Frauchen ist. Arbeiten die beiden als Team zusammen oder ist der Hund ein „Einzelkämpfer“ und interessiert sich für alles, nur nicht seinen „direkten Vorgesetzten“ 🙄 !?

Wie sehen solche Übungen eigentlich aus?

2010-07-17_11-56-35Das hängt immer wieder ein wenig von der ausrichtenden Staffel aus. Aber grundsätzlich muss der Hund eine gewisse Wesensfestigkeit mitbringen, darf nicht zu ängstlich oder gar aggressiv sein. In Landsberg begann die Prüfung zunächst damit, dass alle Hunde in zwei Reihen gegenüber saßen (fast wie in der Schule ;-)) und in der Mitte fuhr ein Auto laut hupend einmal hoch und wieder runter.

Danach war ein Parcours mit verschiedenen „Hindernissen“ aufgebaut.

  • Hund und Hundeführer laufen unter einem gespannten Leintuch hindurch
  • eine Person öffnet und schließt einen Regenschirm mehrfach in der Nähe des Hundes
  • eine Person kommt mit einer Art Regenumhang/Plane wild gestikulierend in Richtung Hund und Hundeführer
  • Hund und Hundeführer müssen an einer Person vorbei, die ein leeres Ölfass wie Schlagzeug gebraucht – ziemlich laut 😉
  • danach ging es um eine Motorsäge, die von einer Person betätigt wurde
  • zurück ging es vorbei an einer Person, die auf Hund und Hundeführer zustürzte und sich direkt daneben schreiend auf den Boden fallen ließ

So weit, so gut – und schon ging es weiter auf dem nächsten Rundkurs.

  • Laufen auf einem kleinen Holzgestell – rauf – rüber – runter – fertig 😉
  • Laufen auf ungewohntem Untergrund (Plastiktüten, knisternde Rettungsdecken, Metallgitter)
  • Laufen durch einen Tunnel aus Blech – gar nicht so einfach, denn die Geräuschkulisse ist da schon anders als in einem Stofftunnel

Danach ging es im Slalom um 3 Gefäße, die mit brennendem und glühendem Holz gefüllt war – Hauptsache schön qualmend, denn es ging darum, dass die Hunde keine Angst vor Rauch zeigen.

Direkt im Anschluss mussten sich die Hunde bereitwillig einen Mailkorb anlegen lassen und beweisen, dass sie sich von einer fremden Person tragen lassen. Das ist für Hunde nicht immer eine einfache Übung – sie müssen aber das Tragen geduldig über sich ertragen lassen. Der Maulkorb ist übrigens in erster Linie dazu da, de Helfer zu schützen. Nicht, weil die Hund bissig sind, aber auch, wenn ein Hund vielleicht panisch reagieren sollte oder eine ungünstige Bewegung macht, schützt der Maulkorb. Zudem dürfen in öffentlichen Verkehrsmitteln teilweise Hunde nur mit Maulkorb reisen, von daher ist es praktisch, wenn man seinen Vierbeiner möglichst früh daran gewöhnt, so ein „Hilfsmittel“ zu akzeptieren.

2010-07-17_12-29-19Und dann kam eine ganz unterhaltsame Übung. Diesmal wurden Herrchen bzw. Frauchen in eine Box „gesperrt“. Da schaute der ein oder andere Hund ziemlich verdutzt – was machen die denn da!? 😯 Ein Prüfer hielt den Hund fest, bis der Hundeführer sozusagen in der Box war – um anschließend zu sehen, ob der Hund zu seinem Hundeführer möchte oder sich dann doch für andere Dinge interessiert 😉

Nach dieser Übung wurde noch geprüft, wie der eigene Hund mit Fremden spielt, ob er sich mit Spielzeug und Futter entsprechend motivieren lässt. Es ist wichtig, dass der Hund auch Fremden gegenüber freundlich agiert und vor allem nicht ängstlich ist. Denn ein Rettungshund darf später natürlich keine Angst vor Fremden haben!

Anschließend wurde auch noch geschaut, wie sich der Hund verhält, wenn eine Personengruppe von langsam bis schnell auf den Hund mit seinem Hundeführer zugeht und diese beiden praktisch umschließt. Auch hier darf möglichst keine Ängstlichkeit und keinesfalls Aggression gegeben sein.

Zuletzt wurde ein Kreis mit Hunden und Hundeführern aus anderen – und somit für den Hund unbekannten – Staffeln gebildet. Es galt, diesen Kreis im Slalom zu durchlaufen. Einmal nahm der Hundeführer/die Hundeführerin selbst den eigenen Hund, einmal eine fremde Person. Auch dies ist später im Einsatz einmal wichtig. Der Hund muss sich von Fremden genauso führen lassen.

Und dann war der ganze Prüfungsstress auch schon wieder vorbei. Die Prüfer machten die Auswertung und teilten die Ergebnisse mit

Die Rettungshundestaffel Ansbach freut sich sehr, dass alle 5 entsandten Hund-Mensch-Teams an diesem Samstag die Prüfung bestanden haben und somit die erste Hürde in Richtung Ausbildung zum Rettungshundeteam gemeistert zu haben.

Herzlichen Glückwunsch an:

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