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Mantrailing-Prüfung im KV Unterallgäu

Memmingen, 19.10.2013 – Kein Tag wie jeder andere…

Auf geht’s zur Mantrailing-Prüfung in den BRK KV Unterallgäu – Ines Dlugosch mit ihrer Bloodhound-Hündin Ayla und Hartmut Reuter mit seiner Kopov-Hündin Betty stellen sich heute der Herausforderung. Ines Dlugosch als sehr erfahrene Hundeführerin zum wiederholten Male, Hartmut Reuter zum ersten Mal (im Bereich Mantrailing, er hat mit seinem Elo „Balu“ bereits einen geprüften Flächensuchhund).

04:00 Uhr morgens – Ein Team aus Ansbach macht sich in der Nacht von Freitag auf Samstag auf den Weg nach Memmingen. Es ist Vollmond, es ist kalt und es ist noch verdammt früh – warum nur!? 😉

06:00 Uhr: Ankunft in Buxheim, dem Treffpunkt zur Prüfung

06:30 Uhr: Anmeldung, Kontrolle der Unterlagen, Ziehen der Trails – Nr. 4 und Nr. 5 von 5. Toll – das bedeutet warten, warten, warten… 🙁

07:00 Uhr: Theoretische Prüfung – die Fachfragen werden abgeprüft. Erste Hilfe Mensch, Erste Hilfe Hund, Orientierung, Suchtaktik etc.

07:30 Uhr: Ergebnispräsentation. Alle sind weiter – tolle Ergebnisse, keine Fehler! Ein Extra-Lob von einer Prüferin für die Prüflinge.

08:00 Uhr: Prüfling Nr. 1 macht sich auf den Weg. Und dann heißt es: Geduld haben. Hunde nochmal raus lassen, entspannen und Nerven bewahren. Leichter gesagt als getan. Die Zeit vergeht langsam, sehr langsam. Der ein oder andere macht noch ein Nickerchen, um das nächtliche Schlafdefizit zumindest ein klein wenig aufzuholen.

11:30 Uhr: Die ersten drei Prüflinge haben es hinter sich – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Bei solchen Prüfungen gibt es eigentlich nie 100% Erfolgsquote. Jetzt ist Hartmut Reuter mit Betty an der Reihe – endlich – dachten alle. Doch es sollte erst noch eine Mittagspause geben. Die Nerven werden weiter strapaziert, ans Essen denkt momentan keiner, auch nicht die mitgereisten Unterstützer…

13:50 Uhr: Hartmut, los geht’s, endlich! An selber fahren ist jetzt nicht mehr zu denken – Hartmut lässt lieber fahren, geht in sich, läßt im Kopf nochmal die Befragung ablaufen. Ziel erreicht, Ausgangspunkt des Prüfungstrails: „Die vermisste Person wurde hier gestern Abend zuletzt bei einer Geburtstagsfeier gesehen, ist seitdem spurlos verschwunden.“ Routiniert durch viele Einsätze als Helfer spult Hartmut Reuter die Befragung ab – trotzdem ist heute alles anders. Spannung. Nochmal tief durchatmen, dann den Hund aus dem Auto holen – die Zeit beginnt zu laufen. Spürt Betty die Anspannung ihres Hundeführers? Kann Hartmut genügend Souveränität ausstrahlen, um ihr Unterstützung zu geben? Es ist schönstes Wetter vor Ort – eigentlich prima. „Leider“ haben wir um die 20°C – eine echte Herausforderung für die Hunde um die Mittagszeit, da es in den letzten Tagen bedeutend kühler war.

14:55 Uhr: Geschafft, na ja, nicht ganz. Betty hat toll gearbeitet, Hartmut hat alles gegeben, leider hat es am Ende – wenn auch nur sehr knapp – nicht ganz gereicht. Eigentlich ärgerlich, wenn man sieht, wie knapp es war. Andererseits: Betty ist gerade mal 2 Jahre, eine noch sehr junge Hündin, die heute eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie toll arbeiten kann. Sie hat aber auch gezeigt, dass sie noch reifer und erfahrener werden muss, sich weniger ablenken lassen darf. Das ist zwar im ersten Moment frustrierend, aber überhaupt nicht schlimm. Hartmut wurde von den Prüfern sehr gelobt für die konzentrierte, ruhige und umsichtige Art, wie er seine Hündin führt.

15:25 Uhr: Ines Dlugosch mit Ayla steht an ihrem Ansatzpunkt. Ein Radweg an einer stark befahrenen Straße. Wird Alya diese Herausforderung mit ihrer Hundeführerein meistern? Obwohl Ines schon auf unglaublich vielen Prüfungen in nahezu allen Sucharten war, ist sie noch immer aufgeregt. Gut, dass sich ein Bloodhound davon nicht unbedingt beeinflussen lässt 😉

15:40 Uhr: Routiniert erfolgt die Befragung des „Einsatzleiters“ – Wann wurde die Person zuletzt gesehen, bekannte Erkrankungen, Freunde oder Bekannte in der Nähe, sonstige Orientierungspunkte, wo die Person sein könnte etc.

15:35 Uhr: Einsatzequipment schultern, Wasser für den Hund nicht vergessen, dem Hund die mitlaufenden Personen „vorstellen“, dann noch das direkte Umfeld des Ansatzes mit dem Hund begehen, damit dieser sich die Gerüche einprägen kann und dann geht alles ganz schnell. Ines stülpt Ayla die Tüte mit dem Geuchsträger über die Schnauze, Ayla inhaliert mehrmals die Witterung und innerhalb von wenigen Sekunden laufen beide los. Ines ist sich sehr schnell sicher, auf dem Trail zu sein und zeigt dies durch Heben der Hand an. Nun läuft die Suchzeit von max. 60 Minuten. Wird das Team erfolgreich sein?

15:45 Uhr: Ayla ist in eine Neubausiedlung abgebogen und arbeitet eine Straße nach der anderen ab. Eine große Freifläche macht die Suche noch schwieriger. Die Siedlung ist nicht besonders groß, trotzdem wird Straße für Straße abgearbeitet. Bereits nach einigen Minuten stellt sich heraus, daß hier keine Witterung der „vermissten Person“ ist. Also geht es ein ganzes Stück zurück zu einer großen Kreuzung in der Nähe des Ansatzpunktes. Ayla tut sich sichtlich schwer, Witterung zu finden. Ist es zu warm? Ist sie hier überhaupt richtig? Stört die stark befahrene Straße in direkter Nähe zu sehr?

16:00 Uhr: Ayla biegt mit ihrer Hundeführerin Ines Dlugosch erneut in ein Wohngebiet ein. Es ist nicht einfach, wie sie sich hochkonzentriert durch die Straßen „schnüffeln“ muss. Nach einiger Zeit scheint die Witterung in Richtung Wald zu gehen. Ines vertraut ihrer Bloodhound-Hündin und bleibt dran. Eisern. Auch, als es nach ein, zwei Kreuzungen steil bergauf geht. Entweder, es ist nun komplett verkehrt – oder doch richtig!? Der Weg führt immer weiter hinauf in den Wald. Die mitlaufenden Prüfer, der Prüfungsleiter, die Posten zur Streckenabsicherung und die „Fans“ kommen ziemlich ins Schwitzen.

16:20 Uhr: Ines ist mit Ayla kurz außer Sicht, ist nun auf einem Plateau angelangt. Man hört sie nur kurz funken: „Wir brauchen hier einen Notarzt, ich habe die vermisste Person gefunden, sie hat einen Astma-Anfall.“ Nur noch kurz Durchgabe des Standortes und dann die erlösenden Worte der Prüfer: BESTANDEN! 🙂 Dann wird erstmal tief durchgeatmet und eine Pause eingelegt. Ayla hat sich so verausgabt, dass sie sogar zunächst ihre sonst so geliebte Belohung mit Lachs verschmäht.

19:45 Uhr: Rückkehr am Standort in Wüstenbruck. Endlich. Der Tag war lang, anstrengend und kräftezehrend. Und zu 50% erfolgreich! 🙂


 

Nachtrag: Am selben Wochenende, Sonntagabend, ging es für Ayla bereits wieder in einen Einsatz zur Personensuche in Erlangen.