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Flächenprüfung im Kreisverband Neustadt Aisch/Bad Windsheim

20161023-082142An diesem Wochenende fand in Neustadt/Aisch eine Flächenprüfung statt. Das gesamte Wochenende stellten sich Teams aus ganz Bayern den Herausforderungen, die so eine Prüfung mit sich bringt. Auch für die Rettungshundestaffel Ansbach hieß es diesmal wieder: Auf zur Prüfung. Und vorweg sei bereits verraten, dass es sich durchaus gelohnt hat.

Am Sonntag, den 23.10.2016, stellten sich Teams der Rettungshundestaffel Ansbach den Prüfungsanforderungen. Zunächst galt es in einer schriftlichen Prüfung für den Hundeführer, Fachwissen rund um die Rettungshundearbeit zu beantworten. Mit entsprechender Vorarbeit stellt die Beantwortung der Fragen kein Problem dar. Allerdings ist man doch meist ein wenig aufgeregt, außerdem sind die zu beantwortenden Themen ziemlich umfangreich. So geht es beispielsweise um Einsatztaktik, Karte und Kompass, Erste-Hilfe Mensch und Hund, Kynologie und noch einige Themen mehr.

Nachdem die Hundeführer diesen Teil absolviert hatten, ging es in den ersten praktischen Prüfungsteil, den Gehorsam. Auch galt gilt es wieder, etliche Aufgaben gemeinsam als Team zu bewerkstelligen. Es gibt die sogenannte Anzeige auf Sicht, bei der der Hund auf Kommando zu einer am Boden liegenden Person hinlaufen, dort verweilen und zugleich bellen soll. Wenn dieser Teil der Prüfung erfolgreich absolviert wurde, gilt es weitere Übungen mit dem Hund vorzuführen. Beispielsweise in einer vordefinierten Reihen- und Schrittfolge in verschiedene Geschwindigkeiten mit dem Hund an der Seite gehen und laufen. Oder den Hund aus der Bewegung ins Sitz, Steh oder Platz zu schicken. Dies mag zunächst einfach klingen. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass der Hund an der entsprechenden Stelle bleiben muss, während der Hundeführer noch ein ganzes Stück weiter läuft. Und vor Nervosität bei Prüfungen sind auch Hundeführer nicht gefeit.

Danach wurde noch unter Beweis gestellt, wie sich der Hund in einer Personengruppe, zunächst ohne Hund, dann mit Hund gegenüber Mensch und Hund verhält. Im Anschluss daran wurde der Hund noch auf Kommando voraus geschickt und nach einer vordefinierten Entfernung ins Platz gerufen. Diese Übungen werden jeweils von zwei Hundeführern parallel durchgeführt, allerdings arbeitet immer nur ein Hund, der andere Hund wird „im Platz“ neben der Aktionsfläche abgelegt. Der Hundeführer des abgelegten Hundes geht außer Sicht, sodass der Hund ihn nicht sehen kann. Ziel der Übung ist es, dass der Hund an dieser Stelle, wo er abgelegt wurde, liegen bleibt. Tut er dies nicht, bedeutet dies Punktabzug.

Nach diesen Übungen wird der Hund von seinem Hundeführer mit einem Maulkorb versehen. Dann wird der Hund durch den Hundeführer hoch gehoben, einem fremden Hundeführer übergeben, der dann einige Schritte mit dem Hund vom Hundeführer wegläuft. Hier soll gezeigt werden, dass sich der Hund auch problemlos von fremden Personen tragen lässt.
Wenn diese erste große Hürde überstanden ist, geht es weiter zur Suche in den Wald.

Im Wald bekommt dann der Hundeführer von der Einsatzleitung einen vordefinierten Bereich zur Flächensuche zugeteilt. Vor dem Beginn der Suche ist es Aufgabe des Hundeführers, eine Befragung der Einsatzleitung vorzunehmen. Es geht beispielsweise darum, ob es Gefahren im Suchgebiet gibt, der Jäger verständigt ist oder auch ob Rettungsmittel zur Verfügung stehen. Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich die Anzahl und gegebenenfalls der Gesundheitszustand der vermissten Personen/en.

Nun hat der Hundeführer insgesamt 20 Minuten reine Suchzeit, um sein Suchgebiet nach bis zu zwei Personen gemeinsam mit seinem Hund zu durchsuchen. Findet der Hundeführer eine Person, ist es seine Aufgabe, die Einsatzleitung über den Fund zu informieren und gegebenenfalls Unterstützung in Form von Rettungsdienst und Notarzt anzufordern. Hierbei ist es wichtig, jederzeit den eigenen Standort per Funk an die Einsatzleitung kommunizieren zu können. Und selbstverständlich muss auch die aufgefundene Person adäquat Sanitätsdienstlich versorgt werden.

Nach der Versorgung wird direkt durch die Prüfungsleitung das Auffinden und die Versorgung analysiert und mit dem Prüfling besprochen. Natürlich ist es ein besonderes Highlight, wenn man in der Regel mit dem Auffinden der zweiten vermissten Person von den Prüfern die Information bekommt, dass man seine Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat.

Auch für die Rettungshunde Staffel Ansbach war dieser Sonntag erfolgreich.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Arthur Dlugosch und seiner Mischlingshündin Mia sowie Daniele Hanisch mit Ihrer Labrador-Hündin Hanna künftig zwei neue einsatzfähige Rettungshundeteams für Einsätze zur Verfügung haben. Außerdem konnten zwei bereits geprüfte Teams mit Günter Horndasch und seiner Australian Shepherd-Hündin Ellie sowie Hartmut Reuter mit seinem Elo-Rüden Balu erneut ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an die ausrichtende Rettungshundestaffel Neustadt an der Aisch, die sich wieder sehr viel Mühe gegeben haben für den reibungslosen Ablauf. Die Versorgung war hervorragend. Ein gelungenes Prüfungswochenende ist zu Ende. Allen erfolgreichen Prüflingen wünschen wir für die künftigen Flächeneinsätze alles Gute, viel Erfolg und das Bisschen Glück, das man immer braucht. Und bei allen Prüflingen, bei denen es dieses Mal nicht geklappt hat: Die nächste Chance kommt!

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